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Hier geht es um handgewickelte Glasperlen, die ich selber an
einem Brenner herstelle -

ein faszinierendes Kunsthandwerk!

Es ist sehr kreativ und hat auch etwas ausgesprochen Meditatives.


Ich werde versuchen ein Wenig über meine Fertigung von Perlen zu informieren.
Allerdings übernehme ich keine Garantie, das sei betont! Das Glasperlendrehen beinhaltet einen Suchtfaktor, wenn man erst einmal damit angefangen hat - deshalb VORSICHT!
Trotzdem viel Spaß!

Denn!
Hat der Perlenvirus (Abbildung links)
erst einmal infiziert, kann Frau / Mann
die Finger nicht mehr davon lassen.


                                                Übrigens!

                           Perlen sind ein Geschenk an Menschen,
                   die auch im Kleinen Großes zu sehen vermögen.



Am Anfang steht meist der Zufall!
Irgendwann kullerten auch bei mir Glasperlen vorbei, vermutlich war`s auf dem PC-Bildschirm. Genau kann ich es nicht mehr nachvollziehen.
Mein Interesse war jedenfalls geweckt, das Notwendigste für die ersten Versuche zum größten Teil vorhanden, der Rest hurtig besorgt und los ging`s.


Das Glas -
Üblicherweise in Form von Glas-Stangen, mit einer meist durchschnittlichen Dicke
von 5 - 6 mm. An Farben und Sorten gibt es inzwischen eine so reichhaltige Palette,
dass die Wahl meist sehr schwer fällt und stets neue Wünsche offen läßt.
Alles detailiert aufzuzählen würde den Rahmen sprengen und dürfte auch momentan nicht so von Belang erscheinen. Deshalb an dieser Stelle nur die gebräuchlichsten Sorten von Glashütten, die ich in der Regel auch verwende > Effetre/Moretti, Ornela/Bohemia, Lauscha, Vetrofond und Reichenbach.
Das ist übrigens noch ein Foto aus der Anfangszeit. Der Glasvorrat sieht inzwischen etwas üppiger aus. Wie bereits erwähnt! Es gibt wenige Grenzen und ist wirklich fast unerschöpflich, weil es auch stets etwas Neues gibt.






Dann werden aus den Stangen bei Bedarf für feinere Arbeiten noch dünnere Stängelchen, die
"Stringer", gezogen. Das sind, je nach Verwendungszweck, dünne bis etwas dickere Glasfäden.


Okay -

Zum Glasperlendrehen braucht es noch einen Brenner, denn irgendwie muss das Glas ja in Form gebracht werden.
Ein einfacher Baumarkt-Gasbrenner mit entsprechend großem Brennerkopf, sicher stationär befestigt und am besten direkt mit einer Propangasflasche betrieben, samt passendem und  technisch einwandfreien Equitment, tut zunächst mal gute Dienste.
Mein erster Rothenberger-Baumarktbrenner! Er wird auch weiterhin in Ehren gehalten und für's eventuelle "Schauperlen", z: B. bei einer Veranstaltung, wieder in Dienst genommen.




Eine etwas fortgeschrittenere Variante ist dieser spezielle Perlenbrenner, der auch allein mit Propangas betrieben wird.
Der "Fire-Devil"

Dann gibt es noch die "Turbos" unter den Perlenbrennern. Bei ihnen wird außer Propangas noch Sauerstoff aus Flasche oder Konzentrator zugeführt. Sie sind so eine Art "Mercedes" unter den Brennern und haben natürlich auch ihren entsprechenden Preis. Allerdings gibt es inzwischen sogar schon die "Porsche" und die "Ferraries". Durch die viel höhere Temperatur der Flamme schmilzt das Glas wesentlich schneller und auch die Verarbeitung von härterem Spezial-Glas, wie Borosilikat ist bei entsprechendem Sauerstoff-Einsatz ohne Probleme möglich.
Hier z. B. der "Phönix"                                 Den Konzentrator habe ich nicht extra                                                                   fotografiert.

                                   Aber erst mal schön langsam am Anfang!


Unverzichtbar außerdem -
"Dorne", auf denen das weiche, bzw. glühende Glas aufgewickelt und geformt werden kann. Als "Dorne" bezeichnet man handliche Edelstahlstäbe, je nach Wunsch in verschiedener Dicke und auch Form, die an der zu benutzenden Stelle mit einem speziellen Trennmittel gegen dauerhafte Verbindung von Glas und Metall beschichtet werden.

Jetzt ist doch wohl auch klar, wie das Loch in die Perle kommt, oder?
Übrigens eine Frage, die uns Glasperlenmachern oft und gerne gestellt wird!  ;-)

Dringend notwendig für den Anfang - das Kühlgranulat - Vermiculit!
Fertig gedrehte, aus der Flamme kommende und noch heiße Perlen werden darin versenkt. Hier bekommen sie keinen Temperaturschock.Das Granulat isoliert gut und hält die Temperatur der Perle, damit sie langsam abkühlen kann.     Würde man sie zu lange so halten käme es unweigerlich zum Knacken und Platzen des Glases.
Übrigens ein grausliches Geräusch! Führt anfänglich zu Stöhnen, Krämpfen und entsetzten Ausrufen des betroffenen Perlenmachers.

Fortgeschrittene leisten sich irgendwann den Luxus eines kleinen Ofens.
Der ist zum "Glastempern" und gezielten Abkühlen von heißen Perlen geeignet.
Beim Perlendrehen und Formen enstehen innerhalb des Glases Spannungen - eine spannende Sache eben - die sogar noch nach langer Zeit zum Platzen eines schönen Stückes führen können.
In diesem Ofen kann das Glas dann langsam und gezielt "entspannen", quasi Wellness für Glasperlen.
Und er bietet wunderbare Möglichkeiten wenn man gerne "figürliche" Sachen herstellt, die sich nicht mehr gut gleichmäßig erhitzen lassen, weil sonst Feinheiten ganz einfach verschmelzen
Das ist so ein Exemplar!                                würden. Nebenbei kann man                 
                                                                   noch andere kleine, feine kleine  
                                                                   Dinge damit anstellen. 
   

Hilfreich -
ist verschiedenes Werkzeug, welches individuell zum Formen eingesetzt werden kann. Wobei eine Hausfrau natürlich in ihrem haushaltsüblichen Fundus kramt und alles zweckentfremdet, was auch nur annähernd, stets mit Wasser gekühlt, dafür geeignet scheint. Dies, so sei gewarnt, wird inzwischen als eigene Krankheit beim "Perlenfieber" angesehen! Symptome hierbei sind der stets unruhig umherschauende und suchende Blick mit der anschließend eintretenden, kurzzeitigen Geistesabwesenheit, in der sondiert wird, ob man diesen Gegenstand sinnvoll einsetzen kann oder nicht. Im Übrigen fast schon ein Hobby für sich!
Hier mal eine nur kleine Auswahl der Dinge, die ich anfangs dafür zweckentfremdet habe.

Das erste spezielle Werkzeug -
zum Formen, Quetschen, Pressen, Pieksen, Ziehen, Zerren, Schubsen und weiterem Malträtieren des Glases.

Niemals vergessen! - Eine Schutzbrille!
Glas kann enorm splittern, manches zerknallt bei Hitze auch sehr gerne explosionsartig.
Und durch das Glühen des Glases entstehen sehr schädliche Lichtstrahlen, -wellen, oder wie immer man das bezeichnen möchte.
Ein gute Didymiumbrille filtert solche heraus.
Nicht sonderlich attraktiv und erinnert irgendwie an "Puck, die Stubenfliege", aber was soll's.
Die Gesundheit der Augen ist wohl wichtiger!

Dann wäre da noch eine Absauganlage zu empfehlen, die spätestens dann erforderlich wird, wenn man mit einem "Zweigasbrenner", also mit dem zusätzlichem Sauerstoff, anfängt zu arbeiten.Und wenn man mit Glas und Edelmetallen experimentiert, was wunderbare Effekte im und auf dem Glas zaubern kann.

   Und dann geht`s los -
Übung macht bekanntlich den Meister! Nun wird unser Geschick und Koordinationsvermögen auf`s Äußerste gefordert. Glas erhitzen und schmelzen - Dorn erhitzen - Glas aufwickeln - weiter in die Flamme halten und drehen, drehen, drehen....
Das alles zur gleichen Zeit. Dabei beide Hände gleichzeitig benutzen und merken wie ungeschickt man doch geworden ist. Aber das gibt sich! Nach vielen, oft frustrierenden Anfängerversuchen, die meist knubbeligen Kartoffeln gleichen oder einen anfänglich dazu zwingen die Zähne in die Tischkante zu schlagen, ist man irgendwann stolzer Besitzer der ersten, ultimativen und garantiert schönsten aller "Bunten Kuller", die man jemals selbst hinbekommen hat. Diese Euphorie währt nur nicht lange. Nämlich nur so lang bis man dann Perlen von absoluten Cracks auf dem Gebiet sieht, und bei deren Anblick einem der Mund offen steht.

Spätestens jetzt setzt ein Reflex ein! -
Wow! Die will ich auch haben - machen - irgendwann - in Zukunft - wenn ich mal besser bin!!! Ganz bestimmt!!!
Tja! Und jetzt hat es einen erwischt! Der PERLEN-VIRUS hat wieder zugeschlagen, kann ein neues Opfer sein Eigen nennen und grinsend einen Strich auf seiner "Ich-hab-schon-wieder-jemanden-gekrallt-Liste" vermerken.

Achtung!
-
Ich übernehme für einen eventuellen Versuch bezüglich des Glasperlendrehens keine Garantie. Schadensansprüche sind bei mir nicht geltend zu machen. Das gilt besonders für die Partner solcher armen Opfer - nur um es gleich zu bekräftigen!                   :-))

Tja, so etwa sollte man sich das für den Anfang vorstellen!
Wobei nicht unerwähnt bleiben sollte, dass in Punkto Ausstattung nach oben kaum Grenzen existieren und der Perlenvirus-Infizierte ab sofort unter einem "Zwiebelportemonai" ** leidet.
  



                             **
Wenn man hinein schaut kriegt man das Heulen!